Herchweiler im Ostertal


Panoramablick auf Herchweiler, von Süden aus

Herchweiler liegt  in Rheinland-Pfalz im Westen des Landkreises Kusel direkt an der saarländischen Grenze und gehört seit der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform Anfang der 1970er Jahre zur damals gegründeten Verbandsgemeinde Kusel.  Die Landesgrenze zum Saarland verlief bis Ende 2003 einem teilweise verrohrten Bachlauf folgend mitten durch das Wohngebiet und teilte Herchweiler seit einigen Jahrhunderten von einem Ortsteil des saarländischen Haupersweiler (Straßenzug "In der Gaß", ca. 60 Einwohner). Im Rahmen eines Staatsvertrages wurde dann die "Gaß" mit Wirkung zum 1. Januar 2004 nach Herchweiler eingemeindet, dabei kam es zu einer Verschiebung der Landesgrenze Rheinland-Pfalz/Saarland. Um Verwechslungen mit dem nur ca. 5km entfernten Ort Herschweiler-Pettersheim zu vermeiden, wird oftmals zur Unterscheidung der Zusatz "i.O." (im Ostertal) dem Ortsnamen Herchweiler hinzugefügt.

Die Gemeinde Herchweiler hat derzeit etwa 530 Einwohner. An Gewerbebetrieben existieren einige handwerkliche Betriebe, eine Schnapsbrennerei, vier landwirtschaftliche Betriebe (davon zwei im Nebenerwerb) sowie zwei Aussiedlerhöfe, auf einem davon sind noch zwei Gastronomiebetriebe beheimatet.

Ein nicht geringer Gefahrenpunkt aus Sicht der Feuerwehr sind diese beiden Aussiedlerhöfe, da dort in beiden Fällen die Wasserversorgung durch eigene Brunnen erfolgt, die für einen eventuellen Löschangriff nicht genügend Wasser zur Verfügung stellen können (nur ca. 4.000l/h). Im Zuge der Einrichtung einer Gaststätte auf einem dieser Höfe wurde dort ein Löschteich angelegt, beim anderen landwirtschaftlich genutzten Hof gibt es inzwischen einen ca. 30m³ fassenden Löschwasserbehälter. Beide Höfe liegen ungefähr einen Kilometer vom letzten Hydranten im Ort entfernt, eine Wasserversorgung aus offenen Gewässern ist außer vom Löschteich nicht möglich. Ebenso sieht es am Sportplatz mit Sportheim des Sportvereins Rot-Weiß Herchweiler aus. Dorthin liegt nur eine relativ dünne Rohrleitung, wegen der Berglage reicht der Wasserdruck jedoch auch nicht aus. Die Brandwasserbereitstellung dort erfolgt über einen unterirdischen 10.000l-Tank. Der nächste Hydrant liegt in Luftlinie (quer durch den Wald) ca. 250m entfernt.

Auf Herchweiler Gemeindegebiet existieren ferner zwei Windkraftanlagen mit zusammen ca. 2MW Spitzenleistung, desweiteren sind inzwischen auf mehreren Häusern im Ort, auch auf dem Feuerwehrgerätehaus, Photovoltaikanlagen zur umweltfreundlichen Stromerzeugung installiert.

Verkehrstechnisch ist Herchweiler relativ gut angebunden. In ca. 2km Entfernung verläuft die Bundesstraße 420, zur A62 in Richtung Trier sind es ca. 3km (AS Reichweiler), in Richtung Kaiserslautern ca. 5km (AS Kusel). Herchweiler ist eine typische Pendlergemeinde, viele Einwohner arbeiten in Kaiserslautern (40km über die Autobahn, 30min Fahrtzeit mit dem PKW) oder z.B. im saarländischen Homburg (30km, 30min über Landstraßen). Weitere Arbeitsplätze bieten die Kreisstadt Kusel (12km), oder die saarländische Kreisstadt St. Wendel (15km). Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Kusel (Regionale Bahn nach Kaiserslautern) bzw. für den überregionalen Bahnverkehr in Neubrücke/Nahe, St. Wendel, Landstuhl bzw. Homburg.

Obwohl der Ort Herchweiler selbst nach Risikoklasseneinstufung der Feuerwehrverordnung (FwVO) Rheinland-Pfalz nur in die niedrigsten Risikoklassen B1/T1/ABC1/W1 eingestuft ist, rechtfertigen doch die zusätzliche Zuständigkeit für den Autobahnabschnitt AS Reichweiler - AS Kusel bzw. AS Reichweiler - AS Freisen und für den Bundesstraßenabschnitt von Konken bis zur Landesgrenze sowie nicht zuletzt auch die weite Entfernung von über 12km von der Stützpunktwehr Kusel die etwas verbesserte Fahrzeug- und Geräteausstattung mit einem MLF und die Indiensthaltung des seitens des Fördervereins beschafften und unterhaltenen Tanklöschfahrzeuges.

Weitere Infos zu Herchweiler sind unter http://www.herchweiler.de zu finden.